Florian Krämer, Vulamasango
EIN KLEINES STÜCK MARTIN ET KARCZINSKI

Martin et Karczinski unterstützt das Kinderhilfsprojekt Vulamasango in Südafrika, das Sozialdorf Manas in Kirgistan und ›SOSCOBU‹, ein Schulprojekt in Burundi. Nachfolgend ein Interview mit Florian Krämer, Gründer von Vulamasango.

Sie haben sich bereits in Ihrer Jugend in Deutschland sozial engagiert und sind viel gereist, bevor Sie Positiv Leben e.V. ins Leben gerufen haben; gibt es den einen Moment, an dem für Sie klar war, dass Sie sich in Afrika engagieren wollen?
 
Ja, den gibt es. Als 19-Jähriger bin ich in Zaire, dem heutigen Kongo, in die Wirren des Bürgerkriegs geraten. Bei dem Versuch, durch den Dschungel in das benachbarte Uganda zu gelangen, habe ich mich verirrt; ich war ausgehungert und am Ende meiner Kräfte, als mich ein kleiner Junge fand. Er ließ keine Ruhe, bis ich die Kraft gefunden hatte, mit ihm zu gehen. Er führte mich durch die Nacht bis zu einer Hütte und verließ mich. Es war die Behausung des britischen Botschafters von Uganda. Der Junge hatte mich aber nicht nur aus der akuten Not gerettet und über die Grenze gebracht; am nächsten Tag hat die Armee das dortige Gebiet dem Erdboden gleich gemacht, es gab kaum einen Überlebenden. Nach dieser Erfahrung stand für mich fest, dass ich mich für das Wohlergehen von Kindern in Afrika einsetzen werde.
 
 
Wie ist der Kontakt zwischen Ihnen und Martin et Karczinski zu Stande gekommen?
 
Mein Bruder und Ancilla Martin kennen sich seit Kindertagen, das ist die ursprüngliche Verbindung. Martin et Karczinski unterstützt Positiv Leben e.V. schon seit Gründung. Bereits in den Anfangsjahren hat Martin et Karczinski immer wieder Spendenaktionen durchgeführt, deren Erlöse uns zu Gute kamen. Daher steckt in vielem von dem, was wir seit 2003 geschafft haben, auch ein kleines Stück Martin et Karczinski.
 
 
Spielt der persönliche Kontakt zu den Unterstützern eine große Rolle bei Ihrer Arbeit?
 
Ja, der persönliche Kontakt ist ein wichtiger Aspekt bei der Fundraising-Arbeit, denn er schafft Vertrauen. Aus diesem Grund bin ich ja selber auch einen Teil des Jahres in Deutschland. Wir erhalten Einmalspenden, die kommen und gehen, aber wir haben auch viele Spender, die uns seit Jahren unterstützen und uns sehr verbunden sind. Oft sind es gerade diese Personen, die uns weiterempfehlen und durch Ihren persönlichen Einsatz das Vertrauen in uns und unsere Arbeit weitertragen.
 
 
Sie haben kürzlich die erste von fünf geplanten Bauphasen abgeschlossen und auf dem Vulamasango-Gelände neue Gebäude einweihen können. Für 2018 ist die Umsetzung der nächsten Bauphase geplant: wie kann man Sie dabei unterstützen?
 
Wir haben gerade drei Häuser für je 10 Waisenkinder und ein administratives Gebäude eingeweiht. Für 2018 sind der Bau einer weiteren Hauseinheit für 10 Waisenkinder, zwei Baby-Tagesstätten, eine zentrale Küche/Waschküche sowie ein separates Kindergartengebäude geplant. Noch ist die Finanzierung dafür nicht komplett gesichert, aber es besteht die Möglichkeit, dass uns das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) dabei finanziell unterstützt. Voraussetzung dafür ist, dass wir einen Teil der Summe selber aufbringen: Bis September 2016 haben wir Zeit, Spenden in Höhe von 166.000 Euro für diese zweite Bauphase zu sammeln. Das ist ein konkretes und realisierbares Ziel und wir freuen uns natürlich über jeden Beitrag, der uns diesem Ziel näher bringt.
 
Weitere Informationen und die Daten des Spendenkontos für dieses Projekt finden Sie unter www.vulamasango.org